Johanna Zeul ist eine der bemerkenswertesten deutschen Liedermacherinnen und Singer-Songwriterinnen ihrer Generation – eine Künstlerin, die mit unerschütterlicher Eigenständigkeit ihren Weg durch die Musikwelt geht, ohne dabei jemals auf die Unterstützung eines großen Plattenlabels angewiesen zu sein. Geboren 1981 im schwäbischen Filderstadt, einer Kleinstadt südlich von Stuttgart in Baden-Württemberg, wuchs sie in einem musikalisch geprägten Elternhaus auf.
| Künstlername/n: | Johanna Zeul |
| Geboren am: | 02.06.1981 in Fidlerstadt |
| Kinder: | 2, Mila Coco Benz (2011), zweite Tochter 2013 |
| Lebensgefährte: | Frank Benz |
| Wohnort: | Fischerhude (seit 2020) |
Ihr Vater Thomas Felder war selbst Liedermacher und legte damit früh den Grundstein für Johannas musikalische Laufbahn. Bereits mit zwölf Jahren schrieb sie ihre ersten eigenen Lieder, kaum hatte sie die ersten drei Akkorde auf der Gitarre gelernt – ihr frühestes Werk trug den Titel „Last Words“ und bestand lediglich aus E-Moll, A-Moll und A-Dur. Die Akustikgitarre wurde schon früh zu ihrem ständigen Begleiter.
Mit 15 Jahren stand Johanna Zeul bereits auf der Bühne – ein ungewöhnlich junges Alter für den Schritt ins Live-Geschäft, das jedoch ihre Ernsthaftigkeit und ihr Talent eindrucksvoll unter Beweis stellte. Sie entwickelte nicht nur ihr musikalisches Handwerk, sondern auch ein ausgeprägtes Gespür für Bühnenperformance und Storytelling, das ihre Auftritte bis heute unverwechselbar macht. Johanna Zeul ist zweifache Mutter und lebt heute in Ottersberg in Niedersachsen, von wo aus sie ihre umfangreichen Aktivitäten als Musikerin, Zeichnerin, Malerin, Synchronstimme und gelegentliche Schullehrerin koordiniert.
Vita
Der künstlerische Werdegang von Johanna Zeul ist geprägt von Disziplin, Bildungsdurst und dem Willen zur absoluten künstlerischen Kontrolle. Nach ihren ersten Bühnenerfahrungen als Teenager begann sie 2002 eine Ausbildung an der Theaterwerkstatt Mainz, wo sie Schauspiel studierte. Schon bald aber zog es sie zurück zur Musik: Zwischen 2003 und 2006 studierte sie Popmusikdesign – offiziell mit dem Abschluss Bachelor of Arts als Singersongwriterin – an der renommierten Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim, der Talentschmiede, aus der auch Künstler wie Get Well Soon und Cris Cosmo hervorgegangen sind. Während ihres Studiums absolvierte sie zudem ein Semester an der School of Rock in Dublin, Irland, wo sie internationale Bühnenerfahrung sammelte und Konzerte spielte.
2006 schloss sie ihr Studium erfolgreich ab und gewann im selben Jahr den renommierten Rio Reiser Songpreis. Diese Auszeichnung öffnete ihr die Tür zum damaligen Chef der Plattenfirma Four Music/Sony, Fitz Braum, der sie unter Vertrag nahm und die Produktion ihres ersten Studioalbums finanzierte. Parallel dazu schrieb sie die Musik zum Theaterstück „Max und Moritz“. Im April 2008 gründete sie gemeinsam mit ihrem Liedermacher-Freund Martin „Martingo“ Goldenbaum das unabhängige Label Gold und Tier, auf dem ihr Debütalbum veröffentlicht wurde.
In den folgenden Jahren tourte sie intensiv durch Deutschland – sowohl solo als auch mit ihrer Band Gold. Sie gewann zahlreiche weitere Preise und Stipendien, darunter den Förderpreis für Popmusik sowie Platz 3 beim Udo Lindenberg Panikpreis (2010). 2012 stand sie beim Bundesvision Songcontest auf Pro Sieben auf der Bühne, wo ihr Auftritt mit dem Song „Sandmann“ von Arno Frank im Spiegel Online als bester Auftritt des Abends gewürdigt wurde. Auch an der deutschen Liederbestenliste war sie regelmäßig vertreten – unter anderem mit „Ich will was Neues“ (Platz 10, März/April 2009) und „Du und ich“, das sich wochenlang auf Platz 2 hielt.
Seit 2019 veröffentlicht Johanna Zeul Digital-Singles auf allen Streaming-Plattformen, seit 2021 sogar im monatlichen Rhythmus. Für das Projekt „Tütensuppe“ ließ sie einen Kinderchor von Fridays-For-Future-Aktivisten mitsingen – ein Zeichen für ihr gesellschaftliches Engagement. Seit 2024 absolviert sie zudem einen Master in Populärer Musik an der Folkwang UdK in Essen. All ihre Aktivitäten – Booking, Promo, Social Media, Artwork, Konzerte – managt sie weitgehend in Eigenregie, was sie selbst als Aufgabe für mindestens zehn Leute beschreibt.
Debütsong
Das erste eigenständige musikalische Werk von Johanna Zeul war eine selbst produzierte, selbst gebrannte CD mit dem Titel „Children on the Moon“, auf der sich ausschließlich englischsprachige Songs befanden – entstanden, als sie etwa 19 oder 20 Jahre alt war. Diese Scheibe war kein kommerzieller Release, sondern ein persönliches Dokument ihrer frühen Kreativphase.
Ihr erster offizieller kommerzieller Debütsong war „Ich will was Neues“ – die eröffnende Lead-Single ihres Studioerstlings „Album Nr. 1″, das am 20. Juni 2008 auf dem eigenen Label Gold und Tier erschien. Der Track wurde zum Aushängeschild ihrer neuen, konsequent deutschsprachigen Richtung und hielt sich im März und April 2009 auf Platz 10 der Liederbestenliste. Ebenfalls auf dem Debütalbum befand sich die kraftvolle Single „Raubtier“, die mit ihrem selbstbewussten Songwriting-Stil besonders auffiel und prophetisch Johannas ungebremsten künstlerischen Antrieb beschrieb.
Entwicklung
Die Karriere von Johanna Zeul ist eine beeindruckende Geschichte musikalischer Beharrlichkeit und Selbstbestimmung. Vom preisgekrönten Debüt 2008 über das Live-Album „Johanna Zeul – Live“ (2010) bis hin zu einer kontinuierlichen Einzelsingle-Strategie hat sie sich konsequent weiterentwickelt, ohne dabei ihre künstlerische Integrität zu opfern.
Der Bundesvision Songcontest 2012, bei dem sie das Bundesland Sachsen-Anhalt mit „Sandmann“ vertrat, brachte ihr einen weiteren Aufmerksamkeitsschub beim breiten Fernsehpublikum. Ab 2019 stellte sie ihre Veröffentlichungsstrategie grundlegend um: Seither erscheinen Singles auf allen Streaming-Plattformen und in Musikshops – seit 2021 sogar monatlich. Songs wie „Eisbär“, „Labyrinth“, „Reise zum Mond“, „Dein Schatten weint“, „Du und ich“, „Hallo Leben II“ und die EP „Ich will Liebe machen“ (2024) zeigen eine Künstlerin in kontinuierlicher, produktiver Bewegung.
Johanna Zeul gehört zu den wenigen deutschen Indie-Musikerinnen, die vollständig ohne Plattenfirmenhintergrund ausschließlich von ihrer Musik leben können – ermöglicht durch Stipendien, Förderpreise und eine treue Fangemeinschaft, die sie inzwischen auch über die Plattform Patreon unterstützt. Seit 2024 absolviert sie parallel ihren Masterstudiengang an der Folkwang UdK – ein Beweis für ihren ungebrochenen intellektuellen Ehrgeiz und ihre Bereitschaft zur ständigen Weiterentwicklung.
Genre – Musikstil
Johanna Zeuls Musikstil ist schwer in eine einzige Schublade zu stecken, was sie zugleich besonders macht. Sie wird in erster Linie der deutschen Liedermacher-Tradition zugeordnet – jener einzigartigen deutschsprachigen Songwriting-Schule, die Wert auf poetische Texte, gesellschaftliche Reflexion und die Akustikgitarre als zentrales Instrument legt. Gleichzeitig integriert sie Folk, Rock und Indie-Pop-Elemente zu einem eigenständigen Klangbild, das vom Schall.Musikmagazin als „der Zeit etwas voraus“ beschrieben wurde.
Ihre Texte sind häufig direkt, ironisch und von einer verspielten Schärfe geprägt, die manchen an Judith Holofernes oder Annette Humpe erinnert. Ihre Stimme – ausdrucksstark, wandlungsfähig und unverwechselbar – ist das tragende Element ihrer Songs. Ob sie allein mit Gitarre auftritt, mit Band tourt oder am Flügel sitzt: Johanna Zeul schafft es stets, mit kompakten musikalischen Bildern eine emotionale Unmittelbarkeit herzustellen, die ihr Publikum direkt berührt. Ihr Credo: keine Umwege, keine Kompromisse – Musik als direkte menschliche Kommunikation. Das SCHALL.Magazin nannte sie treffend „das menschliche Kraftwerk – verspielt, ironisch, alles selbst gemacht“
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