Blackout Gefahr

Seit Wochen berichten die großen Medien über das Blackout Risiko. Wie groß ist die Gefahr und welche Absicherungen sind als Vorsorge wirklich sinnvoll?

Wie groß ist die Gefahr eines Blackouts in Deutschland und anderswo? In vielen Medien wird dabei der Faktor Angst in den Fokus gezogen, um größtmögliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Menschen sind verwirrt. Einige Politiker veröffentlich regelmäßig Statements, die die Angst noch einmal anheizen. Wir haben uns einmal angesehen, wie real eine solche Gefahr tatsächlich ist. Schließlich ist ein möglicher Blackout auch für die kommenden Konzerte in der gesamten Bundesrepublik eine große Gefahr.

Eine kurze Analyse zum Blackout

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat erst vor Kurzem, in Verbindung mit den Blackout Risiken die Webseite überarbeitet und fordert die Bevölkerung erneut auf, für mindestens 10 – 14 Tage Wasser und Lebensmittel zu bevorraten.

Unser Bericht soll eine kleine sachliche Analyse sein, ohne dabei zu große Angst oder Panik zu verbreiten. Grundsätzlich empfehlen wir jedem, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Eine Bevorratung mit Notvorräten ist nie verkehrt, hierbei geht es auch um zahlreiche andere Gefahren außerhalb eines Blackouts.

Die Unterschiede beim Stromausfall

Wir sollten nicht nur von einem reinen Blackout sprechen. Es gibt mehrere Arten von Stromausfällen. Wir unterscheiden zum Beispiel zwischen einem Blackout und einem Brownout. Beim letzteren handelt es sich um einen geplanten oder temporären Stromausfall, um die Netze zu entlasten. Ein Blackout selbst hat in Deutschland oder in Großteilen von Europa schon seit Jahrzehnten nicht stattgefunden.

Wie kommt es zum Blackout?

Bei einem Blackout erfolgt in der Regel keine geplante Abschaltung von Stromnetzen.  Die jeweiligen Kraftwerke nehmen sich quasi automatisch vom Netz. Diese Maßnahme dient dem Eigenschutz des Stromnetzes. Ein Blackout kann zum Beispiel dann erfolgen, wenn Stromschwankungen durch die Netzbetreiber nicht mehr kompensiert werden können. Das ist dann der Fall, wenn die regulären 50 Hertz um 1,5 Hertz überschritten oder um 2,5 Hertz unterschritten werden.

Wie lange kann ein Blackout dauern?

Dazu fehlen Erfahrungswerte. Im besten Falle benötigt das Wiederhochfahren der Kraftwerke einige Tage, jedoch können auch bis zu zwei Wochen vergehen. Auch ein längerer Zeitraum ist durchaus realistisch.

Notfall Ausrüstung Ideen

Brennpaste für den Notfall

2005 gab es einen regional beschränkten Stromausfall in Münster. Durch das damalige Schneechaos hielt der Stromausfall über mehrere Tage an. 250.000 Menschen waren mitten im starken Schneefall ohne Strom. Der Schneefall hatte die Stromleitungen lahmgelegt. Einige Betroffene hatten bereits wieder nach 6 Stunden Strom, andere mussten fast 2 Wochen warten.

Risiko für Blackout ist angestiegen

Die Energiewende sorgt schon seit Jahren für große Probleme im Stromnetz. Regelmäßig müssen die Betreiber in das Netz eingreifen. Dabei kommt es immer wieder vor, das ganze Windkraftanlagen abgeschaltet werden müssen, um das Netz stabil zu halten. Alleine 2019 gab es fast 9.000 Eingriffe in das Stromnetz, um die 50 Hertz stabil zu halten. Die Ukraine wurde vor kurzem erst in das europäische Stromnetz integriert, was die Risiken deutlich vergrößern kann (nicht muss).

Volle Gasspeicher in Deutschland

Das die Gasspeicher in Deutschland voll sind, ist zunächst eine positive Nachricht. Jedoch wird dabei ein Fakt kaum erwähnt. Das gespeicherte Gas in den Gasspeichern gehört Deutschland nicht. Bei den Speichern handelt es sich letztlich nur um Zwischenspeicher, die mehreren Ländern zugänglich sind. Es gibt also keine zuverlässigen Daten, wie lange Deutschland beispielsweise bei einem richtig kalten Winter aus Gas Strom erzeugen kann, sofern in diesem Fall auch andere Länder Anspruch erheben.

In diesem Jahr wurden 35 Prozent mehr Elektroheizer/Heizungen angeschafft. In Frankreich werden zudem viele Büros und Wohnungen rein mit Strom beheizt. Die Quote liegt bei knapp 38 Prozent. Im Vergleich dazu: In Deutschland sind es gerade einmal 6 Prozent.

Absinken um ein Grad

Sinkt nun die Temperatur im Winter um ein Grad, werden zweieinhalb Atomreaktoren benötigt, um die Strombedarf decken zu können.

Blackout –  Was nicht mehr funktioniert

Bei einem Stromausfall oder einem direkten Blackout, ist praktisch alles betroffen. Zunächst ist es nur der reine Strom. Umso länger der Ausfall anhält, desto offensichtlicher wird das Problem. Das fließende Wasser, was für uns selbstverständlich ist, funktioniert nicht mehr.

Die Bargeldautomaten fallen ebenfalls aus. Auch die Tankstellen sind nicht mehr verfügbar. In wie weit Supermärkte bei einem Blackout öffnen würden, ist unklar. Die Gefahr von Plünderungen steigt enorm. Auch Fernsehen und Internet, ebenso das Mobilfunknetz versagen. Zwar haben die Handys vielleicht noch einen aufgeladenen Akku, jedoch keinen Netzempfang mehr (Sendemasten sind vermutlich nach spätestens 1 – 2 Stunden tot).

Zusätzlich sind lebenswichtige Medikamente nicht mehr verfügbar, medizinische Geräte funktionieren ohnehin nicht mehr. Ein anderes Problem ist der Müll, der sich in dieser Zeit in den Straßen sammelt und Ungeziefer anzieht. Zwar bestehen Notstromaggregate in der städtischen Notversorgung, damit lässt sich aber eine große Stadt nicht voll funktionsfähig halten. Die Lebensmittel in den Tiefkühlregalen im Supermarkt vergammeln. Das Tiefkühlregal hält mit den vorhanden Notstrommöglichkeiten etwa 2 – 12 Stunden. Zwar ist es so, dass Supermärkte auch andere Lebensmittel vor Ort haben, die in den kommenden Wochen verkauft werden könnten. Jedoch ist hierbei der Faktor Mensch von Bedeutung. In Notsituationen handeln wir irrational, Hamsterkäufe sind nicht auszuschließen.

2019 gab es in Venezuela einen Stromausfall. Die Regierung sprach damals von einem elektromagnetischen Angriff. Bereits nach 4 Tagen kam es zu Gewalt und Plünderungen. Polizei und sonstige Einsatzkräfte waren vollkommen überfordert.

Die Stromnetze sind eng mit denen unserer Nachbarländer verknüpft. 2006 schaltete die Meyer Werft in Papenburg für die Überfahrt des Kreuzfahrtschiffes Norwegean Pearl eine Stromleitung an der Ems kurzzeitig ab und versäumte den Netzbetreiber zu informieren. Danach kam es in Teilen von Europa zu einem kurzzeitigen Stromausfall.

Ähnliches passierte 2021 in Kroatien. In einem dortigen Umspannwerk kam es zu einer Störung. Zu diesem Zeitpunkt war es in vielen Teilen Europas sehr kalt und es wurde mehr Energie benötigt. In Italien und Frankreich kam es deswegen zu einer Notabschaltung von einigen Industrieanlagen. Einige Medien titelten damals, dass so ein Blackout verhindert wurde. Ob das tatsächlich passiert wäre, bleibt aber unklar.

Selbst wenn nach zwei Wochen das Stromnetz wieder hergestellt sein sollte, bedeutet das nicht, das Lebensmittel in den Supermärkten sofort wieder verfügbar sein werden! Das gesamte Transportwesen ist weiterhin über viele Wochen, vielleicht sogar Monate, gestört.

Welche Vorräte Sinn machen

Es sollten ausreichend Lebensmittel für mindestens 14 Tage im Haus befindlich sein. Ebenso Wasser, nicht nur Trinkwasser, sondern auch für die alltäglichen Arbeiten und Erledigungen (Hygiene, Toilette, etc.). Die Toilette sollte aus hygienischen Gründen gemieden werden. Bei der Notbevorratung sind ebenso die Haustiere zu beachten.

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Brennpaste für den Notfall

Ein Feuerlöscher sollte ebenfalls immer griffbereit sein. Bei einem Stromausfall kann das Brandrisiko steigen. Ein Radio mit Batterie oder Drehmechanismus dient als Informationsquelle.

  • Lebensmittel für 10 – 14 Tage
  • Ausreichend Wasser (nicht nur Trinkwasser) ist das wichtigste
  • Feuerlöscher
  • Radio mit Batterie/Kurbel
  • Batteriebetriebene Lampen/Kerzen
  • Bargeld
  • Benzin
  • Warme Decken und Handschuhe (Schlafsack)
  • Haustiere nicht vergessen
  • Brennpaste (besser und sicherer als Gas)

Generell sollten keine normalen Kerzen bei einem Blackout genutzt werden. Diese erhöhen das Brandrisiko enorm. Besser sind Kerzen mit Batterien und batteriebetriebene Lampen und ähnliche Leuchten. Das Wissen über die gute Bevorratung sollte nicht unbedingt mit jedem geteilt werden, denn es bleibt unklar, ob der andere ebenfalls Vorsorge getroffen hat. Falls nicht, könnten daraus weitere Gefahren entstehen. Unklar ist, ob sich Menschen solidarisch verhalten werden oder genau das Gegenteil.

Ratsam kann bei einem Blackout die Verständigung mit den Nachbarn sein, um sich gegenseitig zu unterstützen und mögliche Gefahren von außen (Plünderung, Gewalt) abwehren zu können, da Einsatzkräfte in der Regel nicht verfügbar sind. Bargeldreserven sind ebenfalls von Vorteil, da niemand weiß, wann die elektronischen Systeme wieder funktionieren. Größere Städte sollten bei einem längeren Blackout am besten gemieden (verlassen) werden.

Energiewende sorgt weiterhin für Probleme

Als damals der Entschluss zur Abschaltung der Kernkraftwerke beschlossen wurde, erfolgte das völlig planlos und ohne Sinn. Die Netze sind bis heute nicht für die eigentliche Energiewende ausgelegt. In den letzten Jahren musste der Ökostrom immer wieder ins Ausland abgeleitet werden. Dabei kommt es regelmäßig zu einer Destabilisierung der europäischen Netze. Eingriffe sind mittlerweile an der Tagesordnung. Die bisherige Energiewende ist weder auf die europäischen Netze abgestimmt, noch koordiniert. Immer noch fehlen Übertragungsleitungen, der Ausbau stockt seit Jahren. Wird mehr Strom als benötigt produziert, muss dieser auch verbraucht werden. Einfach ausgedrückt: Der Strom sucht sich seinen Weg. Funktioniert das nicht in Deutschland, geht er ungeplant in die Nachbarländer, wodurch Eingriffe erforderlich werden.

Wie real ist nun ein Blackout

Diese Frage lässt sich in der Tat nicht beantworten. Es gibt mehrere Faktoren. Da ist zum Beispiel der Winter. Wird er besonders kalt, erhöht sich damit das Risiko. Fakt ist aber, dass praktisch kaum eine Einschätzung vorgenommen werden kann, ob es zu einem Blackout kommt. Auch der Katastrophenschutz ist nur mangelhaft vorbereitet. Ein schönes Beispiel anderer Art ist das Ahrtal, in dem nach dem Jahrhundertwasser immer noch viele Bewohner ohne Heizung sind. Es zeigt, wie überfordert die Politik mit solche  Katastrophen ist.

Generell sollte sich aber niemand verrückt machen. Wir raten dazu, die nötige Bevorratung vorzunehmen. Dabei geht es nicht nur um einen Blackout, sondern auch um viele andere Risiken und um die mentale Absicherung.- Wer diesen Punkt beachtet, ist in der Regel bei einem Stromausfall zunächst erst einmal auf der sicheren Seite und kann wesentlich ruhiger sowie sachlicher agieren.

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