Eli Preiss ist so etwas wie der Glitch in der Matrix des deutschsprachigen Pop und Rap: eine Künstlerin, die R&B, Trap, Cloud-Rap und hypermoderne Pop-Ästhetik so locker mischt, als hätte sie nie etwas anderes getan. Als Teenager zwischen Kärnten, Wien und Bulgarien pendelnd, schreibt sie früh ihre ersten Songs, spielt in Indie-Bands, steht beim Kiddy Contest auf der Bühne – doch erst als eigenständige Künstlerin beginnt sie, die Parameter von Deutschrap und R&B neu zu definieren. Heute gilt Eli Preiss als eine der spannendsten Stimmen aus Wien: queer-codierte, feministische Lyrics, futuristische Beats, eine leicht verhallte, gleichzeitig sehr intime Stimme – und ein Style, der TikTok-Generation und Alternative-Kids gleichermaßen anspricht.
| Künstlername: | Eli Preiss |
| Bürgerlicher Name: | Elisabeth Preiss |
| Geburtstag: | 09.11.1998 |
| Geburtsort: | Zypern |
| Heimat: | Wien |
| Nationalität: | Österreichisch |
| Sternzeichen: | Skorpion |
| Haarfarbe: | Braun |
| Augenfarbe: | Blau |
| Größe: | 1,70 m |
| (Erlernter) Beruf: | Sängerin, Songwriterin, Rapperin |
Persönliche Daten
Eli Preiss bringt schon biografisch eine Mischung mit, die man ihrer Musik anhört. Geboren auf Zypern als Tochter eines Bulgaren (andere Quellen sprechen von bulgarischer Mutter) und eines österreichischen Elternteils, wächst sie zunächst in Kärnten auf, bevor sie im frühen Teenageralter mit Mutter und Schwester nach Wien zieht. Diese geografische Zerrissenheit – Zypern, Kärnten, Wien, Verwandtschaft in Bulgarien – prägt ihr Gefühl von Identität und Zugehörigkeit. In Interviews beschreibt Eli Preiss, wie sie als Kind und Jugendliche fast ständig zwischen Sprachen und Kulturen wechselte: Deutsch, Bulgarisch, Englisch – das spiegelt sich später in ihren Texten und Referenzen.
Schon früh ist klar, dass die Musik ihr erzählerisches Ventil wird. In Wien spielt sie Gitarre, singt im Chor, tritt in einer von Tame Impala und Arctic Monkeys beeinflussten Band auf – merkt aber, dass das nicht die richtige Form ist, um ihre eigene Stimme auszuleben. Eli Preiss will mehr Kontrolle über Sound, Bildsprache und Inhalte, sagt offen, dass sie in Bands oft an zu vielen Meinungen scheiterte. Also geht sie solo: Erste Demos entstehen mit lokalen Produzenten, die sie über Social Media kennengelernt hat. Dass sie später zu einer wichtigen Figur im Diskurs über weibliche Selbstbestimmung im Rap wird, ist dabei fast folgerichtig – diese Eigenständigkeit beginnt schon im Klassenzimmer und im ersten Proberaum.
Eli Preiss: Vita
Die Vita von Eli Preiss ist für ihr Alter bemerkenswert dicht. Mit etwa elf Jahren schreibt sie laut eigenen Aussagen ihren ersten Song – ein Zeitpunkt, den sie rückblickend als Wendepunkt beschreibt: „Ab da war mein Leben nicht mehr dasselbe.“ Während andere noch Cover nachspielen, beginnt sie, eigene Bilder, Serien, Filme und Gefühle in Lyrics zu kodieren. Als Jugendliche ist sie auf Bühnen wie dem Kiddy Contest zu sehen, noch unter ihrem bürgerlichen Namen, und gibt damals schon „Sängerin“ als Traumberuf an.
Ab 2018 kommen die ersten offiziellen Releases. Zunächst auf Englisch, mit Songs wie „I Want You to Know“ und „Back at You“, positioniert sie sich im Wiener Untergrund irgendwo zwischen Contemporary R&B und Alt-Pop – eine bewusste Abgrenzung vom zu dieser Zeit dominierenden, sehr harten Deutschrap-Bild. Doch dann kippt etwas: Sie merkt, dass sich verletzliche, persönliche Texte auch auf Deutsch erzählen lassen, ohne platt zu wirken. 2020 erscheint „Noch Down?“ – ihre erste deutschsprachige Single, die in der österreichischen Underground-Szene wie eine kleine Detonation wahrgenommen wird. Parallel veröffentlicht sie die EP „Moodswings“, mit der sie endgültig als ernstzunehmende Stimme im deutschsprachigen R&B-/Rap-Kosmos wahrgenommen wird.
Bald darauf unterschreibt sie bei „Mom I Made It“, einem Imprint von Universal, das sich auf neue, hybride Sounds spezialisiert hat. 2022 erscheint ihr Debütalbum „LVL UP“, eine Art Coming-of-Age-Levelsystem in Albumform, durchzogen von Gaming-Referenzen, Internetkultur, Beziehungsdramen und Selbstermächtigung. In den folgenden Jahren legt sie mit weiteren Projekten nach, darunter die EP „b.a.d.“ (oft in Interviews als drittes Album in drei Jahren beschrieben), in der sie eine Generation porträtiert, die mit ADHS, PTSD, Deutschrap und zu viel Reizüberflutung erwachsen wird. Eli Preiss spielt auf großen Festivals, taucht in Artist-Spotlights, Radioplattformen und bei Preisverleihungen auf und etabliert sich als Aushängeschild einer neuen, genderbewussten, experimentierfreudigen R&B- und Rap-Welle aus Österreich.
Debütsong
Als Debüt im professionellen Sinne gilt zumeist „I Want You to Know“, das 2018 veröffentlicht wird und in der Szene als ihr offizieller Einstieg wahrgenommen wird. Der Track zeigt bereits vieles von dem, was später charakteristisch wird: ein weicher, aber bestimmter Gesang, ein moderner, leicht melancholischer R&B-Beat und Texte, die persönliche Unsicherheit und Begehren miteinander verflechten. Obwohl die Veröffentlichung zunächst vor allem im digitalen Underground zirkuliert, wird schnell klar, dass hier eine Künstlerin antritt, die keine Angst vor Genregrenzen hat.
Ein offizielles, klar zuordenbares YouTube-Video zu genau diesem Song auf ihrem eigenen Kanal ist heute nicht mehr prominent verlinkt, dafür aber zahlreiche spätere Kernstücke ihres Katalogs, etwa „was ist der prei$$“ oder „Wie Ich Bleib“, die ihre künstlerische Handschrift noch stärker zeigen. Für das Verständnis ihrer Karriere ist „I Want You to Know“ aber ein entscheidender Baustein: der Moment, in dem sie erstmals mit ihrem eigenen Soundprofil nach draußen tritt.
Wer ihre Entwicklung anhand eines visuellen Beispiels nachvollziehen will, findet auf ihrem offiziellen YouTube-Kanal etwa das Video zu „was ist der prei$$“, das ihre Ästhetik – Anime-Anspielungen, Modebewusstsein, ironischer Umgang mit Konsum und Luxus – exemplarisch einfängt:
Entwicklung
Eli Preiss’ Entwicklung verläuft in wenigen Jahren von „vielversprechender Newcomerin“ zu einer Künstlerin mit klarer, eigener Achse im deutschsprachigen Musikraum. Der erste Schritt: englischsprachige Singles, mit denen sie sich stilistisch näher an internationalen Vorbildern als an der lokalen Rap-Szene orientiert. Der zweite, entscheidende Schritt: die bewusste Entscheidung für Deutsch, mit „Noch Down?“ und der EP „Moodswings“ – ab hier beginnt sie, die emotionale Tiefe von R&B und Soul mit der Direktheit von Deutschrap zu verbinden.
Im Lauf der nächsten Jahre schärft sie ihr Profil. Songs wie „Wein in Wien“, „Nimmasatt“, „GLÜHHEISSE WÜSTE“ oder „Danke Mami“ zeigen ihre Spannweite: vom clubtauglichen Banger bis zur verletzlichen Ode an Familie und Selbstliebe. In Interviews betont sie häufig, wie sehr sie sich von der Einengung durch den Begriff „Deutschrap“ distanziert – sie sehe ihre Musik eher als ein offenes Feld, in dem Pop, R&B, Rap und Hyperpop-Facetten ineinanderfließen.
Mit jedem Projekt wirkt sie konzeptueller. „LVL UP“ inszeniert das Erwachsenwerden als Game, bei dem jede Entscheidung ein Levelwechsel ist. „b.a.d.“ porträtiert eine Generation, die mit psychischen Belastungen, Social-Media-Druck und Drogenkultur aufwächst, ohne dabei moralistisch zu werden. Sie inszeniert sich bewusst als Teil dieser Generation, nicht als außenstehende Beobachterin. Parallel baut sie ihre Präsenz auf Social Media aus: kurze, humorvolle Clips, aber auch ernste Statements zu Selbstbestimmung, Body Image und Mental Health.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch live. Von kleinen Clubshows arbeitet sie sich auf größere Bühnen und Festival-Slots vor, ihr Name taucht vermehrt auf Line-ups von Genre-übergreifenden Veranstaltungen auf. Ihr Status wechselt vom Geheimtipp zum Aushängeschild für „Future R&B/Deutschrap aus Wien“.
Genre – Musikstil
Eli Preiss entzieht sich konsequent einfachen Genre-Schubladen. Am häufigsten wird sie als Mischung aus R&B, Contemporary R&B, Rap und Pop beschrieben – aber das wird ihrer Ästhetik nur teilweise gerecht. Ihre Beats tragen häufig Trap- oder Cloud-Rap-Strukturen, gleichzeitig arbeiten die Produktionen mit warmen Synth-Flächen, weichen Basslines und atmosphärischen Vocal-Effekten, die eher an US-R&B oder Alternative-Pop erinnern.
Textlich bewegt sie sich auf einer feinen Linie zwischen persönlicher Intimität und popkultureller Referenzdichte. In Songs wie „was ist der prei$$“ kommentiert sie Materialismus und Konsumkultur, inspiriert etwa von Filmen wie „Chihiros Reise ins Zauberland“, während andere Stücke toxische Beziehungen, Selbstwert und psychische Zustände thematisieren. Auffällig ist ihre Bildsprache: Anime, Videospiele, Internet-Memes und Mode sind keine bloßen Dekorationen, sondern integraler Bestandteil der Erzählung.
Vocal-technisch arbeitet sie viel mit weichen, leicht gehauchten und oft mehrstimmigen Linien, die über den Beats schweben – nicht der klassische „Rap-Spit“, sondern ein hybrid aus Sprechgesang und melodischem R&B-Vibe. Dieses Changieren zwischen Rap und Gesang erlaubt ihr, Hooks extrem einprägsam zu gestalten, ohne in klassischen Pop-Kitsch abzurutschen. Dass sie sich selbst als Künstlerin sieht, die „die Grenzen der Realität pusht“, spürt man in jedem Release – ihre Tracks funktionieren im Club, aber auch als Soundtrack für nächtliche Kopfhörerfahrten.
Wer einen guten Einstieg in ihren Stil sucht, findet ihn auf ihrem offiziellen YouTube-Kanal etwa mit „Wie Ich Bleib“ – ein Song, der Selbstbehauptung, modernen Beat und starken Visual Look bündelt:
