Meat Loaf war wohl einzigartig in der Geschichte. Beeindruckend und die Hits bleiben bis heute unvergesslich und sind längst in die Geschichte eingegangen. Das ist die Geschichte eines Mannes mit großem Charisma, mit viel Selbstvertrauen und einer bombastischen Stimme, die gemeinsam mit seiner Partnerin Ellen Foley zu einem sagenhaften Welterfolg wurde.

Meat Loaf – eigentlich Michael „Marvin“ Lee Aday – war einer der auffälligsten, theatralischsten und gleichzeitig verletzlichsten Rockstars seiner Generation. Seine Karriere spannt sich von Underground‑Musicals in den 60ern bis zu Welthits wie „Bat Out of Hell“ und Kultrollen als Schauspieler in „The Rocky Horror Picture Show“ und „Fight Club“. Eng mit ihm verbunden ist die Sängerin Ellen Foley, deren Stimme den Klassiker „Paradise by the Dashboard Light“ zu einem der ikonischsten Rock‑Duette machte und unvergesslich natürlich auch Patti Russo.
Von der Kindheit bis zu Meat Loaf
Meat Loaf wurde am 27. September 1947 als Marvin Lee Aday in Dallas, Texas, geboren; ab 1983 ließ er seinen Vornamen offiziell in Michael Lee Aday ändern. Seine Mutter Wilma war Lehrerin und sang in einem Gospelquartett, sein Vater Orvis war zunächst Polizist, später Kleingewerbetreibender – und schwer alkoholkrank, was die Kindheit des Jungen prägte.
Der Spitzname „Meat Loaf“ (Hackbraten) begleitet ihn schon seit der Schule; die genaue Entstehung ist bis heute nicht eindeutig geklärt und wurde von ihm selbst mit wechselnden Anekdoten eher mythisch aufgeladen. Sicher ist: Sein Körpergewicht, über das er früh gehänselt wurde, wurde später zu einem Markenzeichen, das er auf der Bühne selbstbewusst inszenierte. Beeindruckend ist ein oft übersehener biografischer Moment: Am Tag des Kennedy‑Attentats 1963 sah der 16‑jährige Meat Loaf John F. Kennedy noch am Flughafen Dallas Love Field und fuhr nach der Schock‑Meldung zum Parkland Hospital, wo er Jackie Kennedy blutverschmiert aus dem Wagen steigen sah – ein Trauma, das er später mehrfach schilderte.
1967 starb seine Mutter an Krebs, kurz darauf kam es zum Eklat mit dem betrunkenen Vater, der ihn mit einem Messer angriff; Meat Loaf floh, bezahlte mit dem Erbe seiner Mutter eine eigene Wohnung und brach schließlich nach Los Angeles auf, wo er buchstäblich bei null anfing.
Erste musikalische Schritte und die Entdeckung seiner Bühnenfigur
In Los Angeles gründete er seine erste Band „Meat Loaf Soul“, arbeitete gleichzeitig als Bühnenarbeiter und Türsteher und tingelte durch Clubs. Seine Stimme – laut, weit tragend, mit einem Spektrum zwischen Rock‑Shout und Musical‑Pathos – fiel sofort auf und brachte ihm erste Engagements in Bühnenproduktionen.
Ein wichtiger Schritt war seine Mitwirkung in der Musical‑Szene, unter anderem in Inszenierungen wie „Hair“ und später vor allem in der Bühnenfassung von „The Rocky Horror Show“ bzw. im Film „The Rocky Horror Picture Show“, wo er den Biker Eddie spielte. Dort entwickelte sich die Bühnenperson „Meat Loaf“: ein überlebensgroßer, schwitzender, romantischer Antiheld, der in Lederjacke und Rüschenhemd zwischen Heavy‑Rock und Operette hin‑ und herpendelte.
Entscheidend für seine Karriere war die Begegnung mit dem Komponisten Jim Steinman, einem exzentrischen Songwriter mit Faible für Wagner, Phil Spector und Teenager‑Dramatik. Die beiden trafen sich zunächst im Kontext eines Musicals („More Than You Deserve“) und erkannten, dass Meat Loafs Stimme perfekt für Steinmans überdimensionierte Rock‑Miniaturen war.
„Bat Out of Hell“ – Aufstieg zu Weltruhm
Zwischen 1975 und 1977 arbeiteten Meat Loaf und Jim Steinman an dem Album „Bat Out of Hell“, das zunächst von nahezu allen großen Labels abgelehnt wurde, weil es als zu theatralisch und unzeitgemäß galt. Am Ende erschien die Platte 1977 bei Cleveland International Records und wurde langsam, aber sicher zu einem der meistverkauften Rockalben aller Zeiten (weltweit zig Millionen, oft wird von über 40 Millionen gesprochen).
Charakteristisch für „Bat Out of Hell“ sind die langen, dramatischen Songs, überladene Arrangements und Meat Loafs leidenschaftliche Vocals, die zwischen verletzlichem Flüstern und fast opernhaftem Brüllen wechseln. Ein Schlüsselstück ist das Duett „Paradise by the Dashboard Light“ – eine über acht Minuten lange Teenager‑Sex‑Oper, in der Meat Loaf und Ellen Foley (im Studio) ein heißes, humorvoll aufgeladenes Spiel zwischen Lust und Eheversprechen aufführen.
Live etablierte sich Meat Loaf mit der Tour zum Album als unberechenbare Naturgewalt; er sprang über Bühnen, improvisierte Theatereinlagen und riskierte viel – 1978 brach er sich bei einem Sprung von der Bühne in Ottawa das Bein und absolvierte Teile der Tour im Rollstuhl. Die Performance bei „Saturday Night Live“ 1978 verschaffte ihm schließlich nationales US‑Fernsehpublikum – ein Meilenstein, der seine Sonderrolle zwischen Rock und Theater zementierte.
Krisen, Brüche und Comebacks
Der Erfolg von „Bat Out of Hell“ war Fluch und Segen zugleich. Steinman und Meat Loaf gerieten in rechtliche und persönliche Konflikte, zeitweise verlor Meat Loaf durch Stress und Stimmbandprobleme seine Stimme, was die Arbeiten an einem direkten Nachfolger massiv erschwerte. Das 1981 erschienene Album „Dead Ringer“ konnte den gigantischen Erfolg des Vorgängers nicht wiederholen, etablierte aber Songs wie „Dead Ringer for Love“ als Fan‑Favoriten.
In den 80ern kämpfte Meat Loaf mit nachlassenden Verkäufen, Geldproblemen, Drogen‑ und Alkoholthemen sowie langwierigen Gerichtsverfahren um Tantiemen und Rechte. Diese Phase gilt als sein dunkles Jahrzehnt, auch wenn er weiter Alben veröffentlichte und intensiv tourte. In Europa und speziell in Großbritannien blieb er jedoch ein Kultstar mit treuer Fanbasis; seine Shows wurden dort stärker besucht als in den USA und hielten seine Karriere am Laufen.
Das große Comeback kam 1993 mit „Bat Out of Hell II: Back into Hell“, erneut mit Jim Steinman. Die Single „I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That)“ wurde ein weltweiter Nummer‑1‑Hit, gewann einen Grammy und machte Meat Loaf auch einer MTV‑Generation bekannt, die das Originalalbum nur vom Hörensagen kannte. Ironischerweise blieb der konkrete Inhalt des „But I Won’t Do That“ – also des „einen“, das er nicht tun würde – eines der meistdiskutierten Pop‑Mysterien, das Meat Loaf jahrelang mit oft widersprüchlichen Erklärungen kommentierte.
Film‑ und TV‑Karriere: Vom Biker Eddie bis „Fight Club“
Parallel zur Musik blieb Meat Loaf ein gefragter Charakterdarsteller. Sein Durchbruch im Film war die Rolle des Eddie in „The Rocky Horror Picture Show“ (1975) – ein Motorradfahrer mit Rock‑‘n’‑Roll‑Aura, der in einer grotesken Szene ums Leben kommt. Die Mischung aus Humor, Exzess und Tragik, die er dort verkörperte, ist wie eine Blaupause für seine spätere Bühnenfigur.
Zu seinen bekanntesten Filmauftritten zählen „Roadie“ (1980), „Wayne’s World“ (1992) und vor allem „Fight Club“ (1999), in dem er den an Gynäkomastie leidenden Robert „Bob“ Paulson spielt. Ausgerechnet dieser verletzliche, gebrochene Charakter mit femininem Körperbau wurde zur unerwartet ikonischen Figur; Fans zitieren bis heute die Textzeile „His name is Robert Paulson“, nachdem die Figur im Film stirbt.
Rollen im Schnellblick:
„The Rocky Horror Picture Show“ (1975) – Eddie
- Rolle: Eddie, ex‑Delivery‑Boy, Motorradfreak und Rock‑‘n’‑Roll‑Karikatur.
- Bedeutung: Fleischgewordener Rockklischee‑Traum, inklusive Showstopper‑Song „Hot Patootie – Bless My Soul“.
- Status: Kultrolle, bis heute eine der meistzitierten Figuren seiner Filmkarriere.
„Roadie“ (1980) – Travis Redfish
- Rolle: Travis Redfish, texanischer Mechaniker, der zum Roadie für Rockbands wird.
- Besonderheit: Eine der wenigen quasi‑Hauptrollen; Mischung aus Roadmovie, Komödie und Musikfilm.
„Wayne’s World“ (1992) – Tiny
- Rolle: Türsteher Tiny im Rockclub, der den Protagonisten sagt, welche Bands „worth seeing“ sind.
- Effekt: Minirolle, aber stark – er dient fast als Gatekeeper‑Orakel der Rockwelt.
„Black Dog“ (1998) – Red
- Rolle: Red, zwielichtiger Trucker im Actionfilm mit Patrick Swayze.
- Typ: Härterer Charakter, verankert seine Figur klar im Action‑Genrekino der 90er.
„Fight Club“ (1999) – Robert „Bob“ Paulson
- Rolle: Robert „Bob“ Paulson, ehemaliger Bodybuilder mit Gynäkomastie, der in einer Selbsthilfegruppe den Erzähler kennenlernt.
- Bedeutung: Eine seiner eindringlichsten, verletzlichsten Rollen, weit entfernt vom „brüllenden Rocker“.
- Kultfaktor: Die Zeile „His name is Robert Paulson“ machte die Figur zu einem Running Gag und Symbol im Film.
„Spice World“ (1997) – Dennis
- Rolle: Busfahrer der Spice Girls, leicht genervt, aber loyal.
- Effekt: Selbstironischer Auftritt in einem grellen Pop‑Film; zeigt seine Bereitschaft zur Parodie.
„The 51st State / Formula 51“ (2001) – The Lizard
- Rolle: The Lizard, exzentrischer, gewalttätiger Gangster in einer britischen Crime‑Komödie mit Samuel L. Jackson.
- Ton: Überdreht, comic‑haft, nah an seiner theatralischen Rock‑Persona.
Hinzu kommen zahlreiche Gastrollen in TV‑Serien und Cameos, bei denen er oft mit seiner überlebensgroßen Präsenz spielt – als wäre Meat Loaf immer zugleich Rolle und reale Person.
Typische Figuren und Schauspielstil
- Körperlich auffällige Rollen: Regisseure nutzten seine Statur, um ihn als „bigger than life“-Figur zu besetzen – Biker, Gangster, Trucker, Ex‑Bodybuilder.
- Humor und Selbstironie: In Filmen wie „Spice World“, „Tenacious D: The Pick of Destiny“ oder „Wayne’s World“ spielt er mit dem Klischee des Rockstar‑Monsters.
- Verletzlichkeit: Rollen wie Bob in „Fight Club“ oder Eddie in „House“ zeigen, dass er emotionale, gebrochene Figuren leise und berührend anlegen konnte.

Filmkarriere nach 2010
In seiner Spätkarriere nach 2010 war Meat Loaf in deutlich weniger, aber sehr gezielt gewählten Film‑ und TV‑Produktionen zu sehen – meist als markante Nebenfigur in Dramen, Thrillern und Serien. Der Fokus lag klar auf Gastrollen und kleineren Parts, während er parallel vor allem als Live‑Künstler und mit Musikprojekten aktiv blieb.
Spielfilme ab ca. 2010
- Burning Bright – Tödliche Gefahr (2009, Veröffentlichung im Umfeld 2010): Rolle Howie, kleiner, aber auffälliger Nebencharakter in einem Home‑Invasion‑Horrorfilm mit Tiger als „Killer“.
- Beautiful Boy (2010): Motel Manager, kurze, aber prägnante Rolle in einem Familiendrama über einen Schulamoklauf und dessen Folgen für die Eltern.
- Polish Bar (2010): Joe, Nebenfigur in einem unabhängigen Kriminal‑/Milieu‑Drama um einen kleinkriminellen jüdischen DJ.
- Witness Insecurity / Absolute Killers (2011): Dan, Part in einem Low‑Budget‑Thriller, der vor allem auf dem Festival‑Circuit lief.
- The Moment (2013): Spätrolle in einem psychologischen Thriller‑Drama (indie), der in Filmografien als einer seiner letzten Filmauftritte gelistet wird.
- Stage Fright (2014) – Rolle: Roger McCall, Horror‑Musical über ein Theatercamp; gilt in Horror‑Kreisen als kleiner „Hidden Gem“ seiner Spätkarriere.
- Wishin’ and Hopin’ (2014) – Rolle: Monsignor Muldoon, TV‑Film nach einer Wally‑Lamb‑Novelle.
- Sausage Party (2016) – Rolle: „Meatloaf“ als animierte Figur, basierend auf seinem Song „I’d Do Anything for Love“, hier allerdings nur als Archive‑Recording gelistet.
Diese Filme liefen überwiegend im Independent‑/Direct‑to‑Video‑ bzw. Festival‑Bereich und erreichten nicht mehr den Mainstream‑Impact seiner Klassiker wie „Fight Club“, zeigen aber, dass er bis ins letzte Jahrzehnt hinein aktiv als Schauspieler blieb.
Privatleben, Alter, Tod
Meat Loaf heiratete 1979 Leslie G. Edmonds; aus der Ehe stammen eine leibliche und eine adoptierte Tochter, darunter die Sängerin Pearl Aday. Nach der Scheidung heiratete er 2007 Deborah Gillespie, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb.
Er starb am 20. Januar 2022 im Alter von 74 Jahren in den USA; offizielle Biografiequellen nennen Komplikationen im Zusammenhang mit einer Covid‑19‑Infektion als Todesursache. Die Nachricht löste weltweit Reaktionen aus, von Classic‑Rock‑Fans bis hin zu Kolleginnen und Kollegen aus der Film‑ und Theaterwelt, die vor allem seine Energie, seinen Humor und seine Loyalität hervorhoben.
Ellen Foley
Stimme, Persönlichkeit und Karriere
Ellen Foley wurde am 5. Juni 1951 in St. Louis, Missouri, geboren. Sie verließ ihre Heimatstadt direkt nach ihrem 21. Geburtstag, um in New York Schauspiel zu studieren – ein Schritt, der zeigt, wie früh sie auf eine Bühnenkarriere fixiert war.
Ihre ersten Jobs waren alles andere als glamourös: Sie sang in einer musikalischen Comedy‑Revue in den Catskills mit falschen Wimpern und glitzernden Kostümen – und wurde gefeuert, weil sie „zu eigen“ gewesen sei. Kurz darauf gründete sie die Band Big Jive, trat in Atlantic City auf und tastete sich zwischen Rockclubs und Theater langsam nach oben. Diese frühen Jahre, in denen sie ständig schwankte zwischen Musical‑Jobs und Club‑Gigs, sind ein Grund dafür, dass sie später so selbstverständlich zwischen Rock, Broadway und TV wechseln konnte.
Wie Meat Loaf und Ellen Foley zusammenfanden
Mitte der 70er kreuzten sich ihre Wege auf einer National‑Lampoon‑Tour, einer Mischung aus Satire‑Show, Comedy und Rock‑Performance, organisiert von Köpfen hinter dem gleichnamigen Magazin. Meat Loaf war dort bereits eine auffällige Figur, und Jim Steinman fungierte als Pianist und musikalischer Mastermind – die perfekte Bühne für eine künftige Kult‑Kooperation.
Steinman erkannte, dass Ellen Foleys durchsetzungsstarke, leicht rauchige Stimme die ideale weibliche Ergänzung zu Meat Loafs barockem Bariton war. Sie war es, die im Studio das weibliche Gegenstück in „Paradise by the Dashboard Light“ sang – obwohl im bekannten Musikvideo die Performance von Karla DeVito zu sehen ist, die Foleys Gesang nur lippensynchron darstellt. Ein pikantes Detail, das viele nur am Rande kennen: Foley bestand darauf, dass Meat Loaf beim Einsingen ihrer Parts im Studio anwesend war, damit sie an seiner Präsenz „andocken“ konnte; sie ließ ihn gewissermaßen live mitspielen, obwohl sie die Lead‑Spur einsang.
In einem späteren Interview beschrieb sie ihre Beziehung zu ihm als „beautiful, feisty, joyful friendship“ – eine Mischung aus freundschaftlicher Nähe, hitzigem Temperament und großem gegenseitigem Respekt. Die Chemie dieser Konstellation – Steinmans maximalistische Songs, Meat Loafs Pathos und Foleys dramatischer Gesang – machte „Paradise by the Dashboard Light“ zum vielleicht theatralischsten Rock‑Duett seiner Zeit.
Ellen Foley: Soloalben, Broadway und TV‑Rollen
Ellen Foley veröffentlichte mehrere Soloalben, darunter „Night Out“ (1979), „Spirit of St. Louis“ (1981) und „Another Breath“ (1983). „Spirit of St. Louis“ wurde von ihrem damaligen Freund Mick Jones von The Clash produziert; große Teile der Band spielten auch als Backing‑Kombo auf dem Album – ein spannender, oft unterschätzter Clash‑Ableger in ihrer Diskografie.
Parallel dazu feierte sie Erfolge am Broadway: Sie stand unter anderem in Produktionen von „Hair“, „Me and My Girl“ und „Into the Woods“ auf der Bühne. Besonders bemerkenswert: Sie war die erste, die die Rolle der Hexe in „Into the Woods“ im Old Globe Theatre in San Diego entwickelte; Stephen Sondheim nannte sie Berichten zufolge seine „lieblings Hexe“ und bezeichnete sie als „alpha and omega“ der Rolle, auch wenn letztlich Bernadette Peters die Broadway‑Premiere sang.
Im Fernsehen wurde sie vor allem durch ihre Rolle als Billie Young in der zweiten Staffel der NBC‑Sitcom „Night Court“ (1984–1985) bekannt. Offiziell hieß es damals, sie habe die Serie verlassen, um andere Projekte zu verfolgen, doch Jahre später erzählte sie offen, sie sei schlicht „gefeuert“ worden und kommentierte bissig, „you don’t know pain until you’ve been replaced in a role by Markie Post“. Diese Mischung aus Selbstironie und Verletztheit passt zu ihrem Image als kompromisslose, nicht immer stromlinienförmige Künstlerin.
Als Filmschauspielerin tauchte sie in Kultfilmen wie „Hair“ (1979), „Fatal Attraction“ (1987) und „Cocktail“ (1988) auf. Ihren Lebensunterhalt bestritt sie langfristig als vielseitige Künstlerin, die immer wieder zwischen Musik, Theater und Fernsehen pendelte, statt sich auf ein Feld festzulegen.
Patti Russo – Die Gesangspartnerin
Patti Russo war die langjährige Bühnenpartnerin von Meat Loaf und sang live Duette mit ihm. Sie performte „Paradise by the Dashboard Light“ auf Konzerten wie in Cardiff 1993 oder Night of the Proms 2001. Auch bei „I’d Do Anything for Love“ (1993) war sie dabei, obwohl Lorraine Crosby die Studioaufnahme sang.
Patti Russo war die Live-Stimme, aber nicht auf den Studioaufnahmen zu hören!
Patti Russo tourte über 20 Jahre mit Meat Loaf und war nicht auf den Original-Studioaufnahmen zu hören. Im Gegensatz zu Ellen Foley, die das Studio-Duett für „Paradise“ machte.
War Patti Russo ein Ersatz für Ellen Foley?
Patti Russo ersetzte Ellen Foley nicht direkt, da Foley nie live mit Meat Loaf auftrat. Ellen Foley sang nur das Studio-Duett zu „Paradise by the Dashboard Light“ (1977). Auf Tour übernahm Karla DeVito die Live-Partie ab 1977/78. Patti Russo trat ab den 1990er-Jahren (z. B. 1993 bei „I’d Do Anything for Love“-Tour) als feste Bühnenpartnerin auf.
Russo wurde Meat Loafs langjährige Tour-Sängerin über 20 Jahre, ohne dass Foley zuvor live dabei war. Ellen Foley lehnte damals die Tour mit Meat Loaf ab, um ihr erstes Solo-Album Nightout (1979) aufzunehmen und ihre Karriere voranzutreiben. Sie wollte nicht „hinter jemandem“ touren, sondern direkt solo vorne stehen – Demos und Aufnahmen nahmen Zeit in Anspruch. Zusätzlich war sie mit Hair auf Broadway beschäftigt. Dadurch wurde Karla DeVito für die Live-Auftritte und Videos engagiert. Foley und Meat Loaf blieben freundschaftlich; sie trat einmal live mit ihm auf. Ihr Duett auf „Paradise by the Dashboard Light“ machte sie weltbekannt.
Skandale, Konflikte und pikante Details
Meat Loaf war kein klassischer Skandalrocker im Sinne exzessiver Drogengeschichten, aber sein Leben war von Konflikten, Exzessen und körperlichen Grenzerfahrungen durchzogen. Er kämpfte zeitweise massiv mit seinem Gewicht, mit Alkohol, mit Stimmbandproblemen und mit Erschöpfung; mehrere Zusammenbrüche und Krankenhausaufenthalte sind dokumentiert. Hinter den Kulissen tobten langwierige Rechtsstreitigkeiten mit Jim Steinman und Plattenfirmen über Tantiemen, Songrechte und den Markennamen „Bat Out of Hell“, die ihn finanziell und psychisch belasteten.
Eine der pikantesten Anekdoten aus Ellen Foleys Erinnerung: Sie erzählte, dass Meat Loaf auf Tour teilweise „ohne Hose“ durch die Backstage‑Bereiche lief und sich seiner Körperlichkeit vollkommen bewusst, aber ungeniert zeigte – ein Ausdruck seines eigenwilligen, körperlich aggressiven Humors. Auch berichtet sie, dass frühe Versionen von „Paradise by the Dashboard Light“ noch deutlich länger waren – Steinmans Wagner‑Faible trieb die Songlängen immer wieder ins Absurde, bevor die Plattenfirma Schnitt verlangte.
Ellen Foley selbst war weniger durch Skandale als durch ihre Direktheit auffällig. Ihre offene Aussage, sie sei bei „Night Court“ schlicht gefeuert worden, stellte den PR‑Spin der Produktionen bloß und zeigte, wie kompromisslos sie mit der TV‑Industrie umgeht. Dazu kommen ihre teils sarkastischen Kommentare über das eigene „Zu‑viel‑Sein“ – sie wurde einmal aus einer Catskills‑Show entlassen, weil sie „zu eigen“ für das glattgebügelte Programm gewesen sei.
Weniger bekannte Fakten und Insider‑Details
Ein Detail, das trotz Kultstatus relativ wenigen wirklich bewusst ist: Die weibliche Stimme in „Paradise by the Dashboard Light“, die viele aus dem Video mit Karla DeVito verbinden, gehört im Studio allein Ellen Foley – DeVito synchronisierte später im Clip und auf Tour. Diese Trennung von Stimme und Bild führte lange zu Verwechslungen, die Foley erst in Interviews der 2000er und 2010er immer wieder klarstellte.
Ebenso wenig bekannt ist, wie sehr Ellen Foley in die Entstehung von Steinmans Female‑Front‑Projekten eingebunden war: Sie war eine von vier Sängerinnen im Projekt Pandora’s Box und Teil des Kosmos, aus dem später Hits wie „It’s All Coming Back to Me Now“ hervorgingen – ein Song, der später durch Celine Dion weltbekannt wurde und den Meat Loaf Jahre danach ebenfalls aufnahm. Foley war also nicht nur Duettpartnerin, sondern eine Art museale Konstante in Steinmans erweiterten Projekten.
Auf der Meat‑Loaf‑Seite ist eine relativ wenig zitierte Episode seine Begegnung mit JFKs Wagen am Parkland Hospital 1963, die seinen Blick auf Politik und Gewalt nachhaltig prägte – eine Erinnerung, die in vielen schnellen Portraits gar nicht auftaucht. Auch sein Versuch, den Wehrdienst zu umgehen, indem er kurzzeitig massiv zunahm, gehört zu den schrägeren Kapiteln seiner Biografie.
Ein weiteres, gerne übersehenes Detail: In den 80ern war es vor allem Europa, das seine Karriere rettete – während US‑Medien ihn als Relikt eines vergangenen Rocktheaters betrachteten, füllte er in Großbritannien und Teilen Europas weiter Hallen und baute dort eine besonders loyale Fanbasis auf. Ohne diese internationale Fanliebe wäre das Comeback mit „Bat Out of Hell II“ vermutlich deutlich schwieriger geworden.
Vermächtnis Meat Loaf
Meat Loaf und Ellen Foley stehen exemplarisch für eine Ära, in der Rockmusik theatralisch, maximalistisch und bewusst überzogen sein durfte. „Bat Out of Hell“ und insbesondere „Paradise by the Dashboard Light“ sind bis heute Referenzpunkte für überlebensgroße Rockdramen mit augenzwinkerndem Humor, sexueller Spannung und echtem Herzschmerz.
Wo ist Meat Loaf begraben?
Es gibt kein Grab im klassischen Sinne: Meat Loaf wurde nach übereinstimmenden Angaben eingeäschert, seine Asche ging an seine Witwe Deborah. Wo genau sie beigesetzt, verstreut oder aufbewahrt wurde, ist öffentlich nicht bekannt gemacht worden; die Familie hat diesen Teil der Trauerfeierlichkeiten privat gehalten.
Während Meat Loaf mit seiner Stimme und seiner Präsenz zum Archetypen des „Larger‑than‑life“-Rockers wurde, zeigt Ellen Foleys Karriere, wie talentierte Frauen oft im Schatten männlicher Namen stehen, obwohl ihre Beiträge elementar sind. Dass vieles an ihrer Geschichte – vom Austausch mit The Clash über die Original‑Hexe in „Into the Woods“ bis zur unsichtbaren Präsenz im „Paradise“-Video – erst bei genauerem Hinsehen sichtbar wird, macht beide Biografien umso spannender.
