tAtu – Jelena Katina

Nach dem Aus von tAtu ging das lesbische Pop Duo getrennte Wege. Die freche, rothaarige Jelena Katina wurde zur Solokünstlerin.

Das war die Band tAtu Popmusik aus Russland

Für Jelena Katina ging ein Traum in Erfüllung, als sie bei einem Casting in Moskau ausgewählt wurde. Zusammen mit Julija Wolkowa wurde sie zur tAtu Band. Als lesbisches Pop Duo sorgten sie nicht nur in ihrem Heimatland für große Aufmerksamkeit. Sie schafften es sogar, zum größten Pop Export aus Russland zu werden. Bislang hat es keine andere osteuropäische Band geschafft, an die Erfolge von tAtu zu gelangen.

Doch 2011 kam das Aus. Jelena Katina und Julija Wolkowa waren zerstritten. Es gab in den Folgejahren kleinere Comebacks. Doch für tAtu gab es keine Rettung, das lag auch an der Erkrankung von Julija Wolkowa, die über verschiedene operative Eingriffe versuchte, ihre Stimme wiederherzustellen. Beide versuchten sich als Solokünstlerinnen. Von Julija Wolkowa haben wir bereits berichtet. Nun blicken wir auf die rothaarige tAtu Sängerin Jelena Katina. Wie erging es der jungen Künstlerin, die als Teenager in die Rolle einer lesbischen Sängerin gepresst wurde.

Jelena Katina – Ihre Karriere nach tAtu

Auch Jelena Katina entschloss sich zur einer Solokarriere und blieb der Musik weiter treu. Sowohl in Russland als im Ausland. Geboren wurde Jelena Katina, die liebevoll Lena genannt wird 1984 in der ehemaligen UdSSR, direkt in Moskau. Von 1999 bis 2001 war sie beim Pop Duo tAtu.

Jelena, ganz zu Anfang bei tAtu
  • Geburtsdatum: 04. Oktober 1984 UdSSR (Moskau)
  • Vollständiger Name: Jelena Sergejewna Katina
  • Spitzname: Lena
  • Künstlername: Jelena Katina und Lena Katina
  • Ehemann: Saša Kuzmanović
  • Kinder: 1 Sohn Alexander (2015)

Mit ihrer Halbschwester Katja und ihrem Halbbruder Iwan, wuchs sie in einem Moskauer Vorort (Krylatskoje), in einer Plattenbausiedlung, auf. Schon mit acht Jahren bekam sie Klavierunterricht. Später, mit elf Jahren wurde sie in die Jugend-Musikgruppe Neposedy (Непоседы) aufgenommen. Zur gleichen Zeit war auch Julija Wolkowa in der Kindermusik-Gruppe zu finden.

1999 nahm Jelena Katina an einem Casting in Moskau teil. Der russische Musikproduzent suchte damals eine Solosängerin, die bei Antikriegskonzerten auftreten sollte. Jelena gefiel ihm jedoch so gut, dass er ein neues Projekt plante und dafür Julija ins Boot holte. Die tAtu Band war geboren.

Frech und sexy

Damals war sie gerade 14 Jahre alt. Mit Julija sollte sie ein sexy Lolita-Duo bilden. Jelena Katina spielte dabei das freche rothaarige Mädchen, das ein wenig naiv und dennoch lasziv sein sollte. Ihre tAtu Kollegin sollte den Ton angeben. Doch es kam schnell hier und da zu Streitigkeiten. Besonders im Ausland. Julija konnte kein (bzw. kaum Englisch) und so nahm Jelena den Part der Redenden ein. Manchmal zum Missfallen ihrer Kollegin.

Die rothaarige Schönheit wurde als Sängerin von tAtu 2003 auf Platz 10 der Hot100 erotischsten Frauen (Magazin Maxim) gekürt.

2008 landeten beide tAtu Sängerinnen erneut auf dem Cover der russischen Maxim. Auch dort prägten sie das Bild der lasziven Girls, die in ihren Musikvideos mit Schuluniform auftraten und viel nackte Haut zeigten.

Tatu auf Cover Maxim
Russische Maxim 2008

Später stellte sich heraus, dass das Management beide in die lesbische und freizügige Rolle drängte und sie bereits als 14-jährige mehr zeigen mussten, als üblich.

Die Solokarriere

Als 2011 mit tAtu Schluss war, entschloss sich Jelena Katina für eine Solokarriere als Sängerin. Aufgrund der Streitigkeiten über die Jahre hinweg, hatte sie dafür bereits 2009 den Grundstein dafür gelegt.

Ihre Debüt-Single Never Forget erschien am 17. Juni 2011, damals als Premiere über einen mexikanischen Radiosender (FM Tu Monterrey). Das für den 15. August vorgesehene Musikvideo zum neuen Popmusik Song wurde bereits 13 Tage zuvor geleakt. Das Video zu Never Forget wurde durch MTV Russland zum besten des Jahres 2011 gewählt. Die Karriere der Jelena Katina nahm Fahrt an, auch ohne tAtu. Das im darauffolgenden Jahr veröffentlichte Remix mit Dave Audé (US-Sänger und House-DJ) wurde international bekannt.  

Debüt Lena Katina. UNZENSIERTE Version

Im Ausland nannte sie sich fortan Lena Katina. Ihr Debüt-Album This Is Who I Am wurde am 18. November 2014 released. Als dann im Mai 2015 ihr Sohn geboren wurde, konzentrierte sie sich auf die Erziehung und zog sich als Lena Katina zunächst aus der Musikwelt zurück. 2016 kam ein spanisches Album auf den Markt, ein Pedant zu This Is Who I Am, nur mit spanischen Texten.

Nach der Mutterschaft

Nachdem sich Lena Katina liebevoll um ihren Sohn kümmerte, zog es sie am 22. November 2017 wieder in die Musikwelt zurück. Es erfolgte eine Kollaboration mit Daddy Mercury: Here I Go Again.

Ton An für Lena Katina

Im März 2018 brachte sie dann ihr russischsprachiges Album После нас (Nach uns) als Jelena Katina heraus, das an die Zeit mit der tAtu Band erinnern sollte. 2019 erfolgte der Release ihres Album Моно (Mono) in ihrem Heimatland.

Die private Lena Katina

Genau wie ihre ehemalige tAtu Partnerin Julija, hält Jelena Katina ihr Privatleben gerne geheim. Bekannt ist aber, dass sie damals ein Psychologie-Studium anfing. Das war kurz vor der Pause der tAtu Band. Das Studium brach sie allerdings ab, als sich das Pop Duo 2005 wieder verstärkt auf die Musik konzentrierte.

Privat gilt Jelena Katina als streng gläubig und geht häufig in die Kirche. Das führte schon damals zur großen Kritik. Da sie in einer lesbischen Band spielte, sich teilweise auch schon als Teenager freizügig präsentiert und sich zusätzlich noch für Lesben sowie Schwule einsetzte, wurde sie immer wieder durch die Russisch-Orthodoxe Kirche angegriffen.

Die erste Ehe:

2013 heiratet sie einen serbisch-slowenischen Künstler. Mit ihrem Mann Saša Kuzmanović war sie bereits mehrere Jahre liiert. Aus der Beziehung ging der gemeinsame Sohn Alexander hervor, der am 22. Mai 2015 das Licht der Welt erblickte. Vier Jahre später, 2019, trennte sich das Paar.

Sie ist privat und beruflich erfolgreich

Neue Verlobung:

Seit 2022 ist sie mit dem russischen Geschäftsmann Dmitriy Spiridonov (u.a. CEO von Cloud Payments) verlobt.

In der Jury

2020 wollte sie nicht nur als Sängerin tätig sein, sondern auch als Jury Mitglied in der Realtiy-Gesangsserie All Together No (ка, все вместе!), produziert durch den russischen Staatssender Hy. Ebenso trat sie in der russischen Ausgabe von The Masked Singer auf. Im Januar 2022 verlieh sie ihre Stimme für die Perserkatze Babushkin in der Fantasy Serie Vladimir & Oksana in Love.

Für Jelena Katina läuft es seit Jahren gut. Sowohl in der Liebe, als auch in der Karriere. Im Gegensatz zu ihrer ehemaligen tAtu Kollegin Julija Olegowna hatte sie mit ihrer Solokarriere Erfolg und schaut positiv in die Zukunft.

Dieses Jahr ist sie übrigens auch in Europa live zu sehen:

05. August 2022 in Stockholm

Blick auf die Veröffentlichungen von Lena Katina

Singles:

  • 2011: Never Forget (Lost in This Dance; Erstveröffentlichung: 4. August 2011)
  • 2011: Tic Toc (Belanova feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 26. September 2011)
  • 2012: Never Forget (Remix) (Dave Audé feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 12. März 2012)
  • 2012: RAWsession – 07.14.11 (Erstveröffentlichung: 16. März 2012; Live-Single)
  • 2012: Melody (Clark Owen feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 24. April 2012)
  • 2012: Melody – The Remixes (Clark Owen feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 4. Mai 2012; Remix-Single)
  • 2013: Lift Me Up (Erstveröffentlichung: 3. Oktober 2013)
  • 2013: Paradise (Sergio Galoyan feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 18. Juli 2013)
  • 2013: Shot / Я буду рядом (Ya budu ryadom) (T-Killah feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 30. September 2012 / 14. April 2013)
  • 2014: Century (Re:boot (Kiro, Denis Kurus) feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 25. März 2014)
  • 2014: Who I Am (Erstveröffentlichung: 9. Dezember 2014)
  • 2014: Я – это я (Erstveröffentlichung: 9. Dezember 2014)
  • 2015: Golden Leaves (Noemi Smorra feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 12. Januar 2015)
  • 2015: An Invitation (Erstveröffentlichung: 12. März 2015)
  • 2017: Silent Hills (Erstveröffentlichung: 22. November 2017)
  • 2017: Here I Go Again (Daddy Mercury feat. Lena Katina; Erstveröffentlichung: 25. Dezember 2017)
  • 2018: После нас (Posle Nas) (Erstveröffentlichung: 4. März 2018)
  • 2018: Косы (Kosy) (Erstveröffentlichung: 30. Juli 2018)
  • 2018: Макдоналдс (Macdonalds) (Erstveröffentlichung: 12. September 2018)
  • 2018: Куришь (Kurish’) (Erstveröffentlichung: 14. Dezember 2018)
  • 2019: Стартрек (Startrack) (Erstveröffentlichung: 12. April 2019)
  • 2019: Моно (Mono) (Erstveröffentlichung: 8. Juni 2019)

Seit 2020:

  • Virus
  • Killing Me Softly
  • CryBaby
  • Nevermind

2021:

  • Из темноты (Aus der Dunkelheit)

Studioalben:

  • 2014: European Fan Weekend 2013 Live (Live-Album eines Konzertes im Oktober 2013 in Köln)
  • 2014: This Is Who I Am
  • 2016: Esta Soy Yo
  • 2019: Моно (Mono)
  • 2020: Акустика (Akkustik)

Credit: Screenshot tAtu, Lena Katina

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1 Comment

  1. OHhhhhhhhhhh Gitt, Jelena war damals der Traum meiner einsamen Stunden. Ich bin froh., dass sie auch heute noch auf der Bühne steht. Sie ist einfach toll. Schade fand ich damals nur die ganze Promotion. Mit der nackten Haut, die beiden war ja noch nicht mal Volljährig, ging es meiner Meinung nach ein wenig zu weit. Als -damals- Teenager hat es mir natürlich auch gefallen.

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