Shocking Blue -Rock-Legende

Diese Rock Band wurde zum Klassiker. Bis heute werden einige ihrer größten Hits wie Venus oder Send Me A Postcard gespielt. Doch die Karriere war nur kurz. Das Besondere: Die Rock Band Shocking Blue kam aus den Niederlanden (damals fast undenkbar).

Die Rocklegende Shocking Blue

1967 wurde die Rock Band Shocking Blue gegründet. Über viele Jahre prägte die charismatische Band aus den Niederlanden die internationale Rock Musik. Auch wer Shocking Blue heute nicht mehr kennt, wird mit Sicherheit schon einmal ihre Klassiker gehört haben. Bis 1973 verkaufte die Rock Band über 14 Millionen Platten. Shocking Blue gelten bis heute als die erfolgreichste Nederbeat-Band.

1967 wurde die Rockband gegründet

Musikalisch war Shocking Blue schwer zu fassen. Die solide Rhythmusgruppe, bestehend aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, wurde regelmäßig durch eine Reihe von Instrumenten wie Saxophon, Sitar, Banjo und Mandoline (meist von van Leeuwen gespielt) ergänzt, und ihr Repertoire reichte von Proto-Glam bis zu fetzigem Country-Rock. Bei der Auswahl der Coversongs zeigte sich van Leeuwens unheimliche Kenntnis und Leidenschaft für die amerikanische Roots-Musik.

Shocking Blue – Die Hits

Viele ihrer Hits sind bis heute unvergessliche. Mit Venus und Send Me A Postcard schaffte es die Rock Band damals mühelos in die US Billboard Hot 100.

Venus – Unvergessen …

Shocking Blue wurde 1967 durch den Gitarristen Robbie van Leeuwen gegründet. Der eigentliche Star der Rock Band war aber die spätere Frontsängerin Mariska Veres. Sie sorgte dafür, dass die Band international einen Durchbruch erzielte. Bevor Mariska Veres dazustieß, das war 1968, war Fred De Wilde der Frontsänger, der aber weniger überzeugen konnte. Die Debüt-Single Love Is In The Air wurde beispielsweise kaum gespielt. Er wollte Shocking Blue als ein Mix aus Brothers Four und The Beatles präsentieren.

Venus – Der Nummer 1 Hit

Venus

Als Mariska Veres in die Rock Band kam, ging es steil nach oben. Venus war einer ihrer Rock Songs, der 1969 schnell auf Platz 3 in den Niederlanden stieg. Anfang Februar erreichte der Rocks Song Platz 1 der Billboard Hot 100. Der Durchbruch für Mariska Veres und Shocking Blue.

Auch in Deutschland sorgte der Hit mit über 350.000 Verkäufen für einen Durchbruch. Weltweit wurde über 5 Millionen Exemplare des Rock Songs verkauft. Mariska und Robbie van Leeuwen waren die kreativen Kräfte der Band. Er war für das Songwriting zuständig.

Plötzlich weltweit bekannt

Weitere Hit – Rock Songs

Send Me A Postcard oder Long And Lonesome Road waren weitere Hits, die nicht nur in Europa, sondern international für große Erfolge sorgten. Die Stücke von Shocking Blue wurden damals laufend im Radio gespielt. Heute gelten sie als Klassiker.

Klassiker der Rock Band

  • Venus
  • Send Me A Postcard
  • Mighty Joe
  • Never Marry A Railroad Man
  • Hello Darkness
  • Demon Lover
  • Blossom Lady
  • Out Of Sight, Out Of Mind
  • Oh Lord

Schnelles Ende

Obwohl die Rock Band keine Eintragsfliege in den Niederlanden war und mittlerweile international bekannt wurde, kam die Auflösung bereits wenige Jahre nach der Gründung. In den USA war das hingegen anders. Für die meisten Amerikaner war die Band einfach ein One-Hit-Wonder, eine Anomalie aus Holland… Aber es stellte sich heraus, dass die Rock Band viel mehr zu bieten hatte als nur den düsteren Ohrwurm Venus.

Das Ende der Rock Band kam schnell

1974 löste sich  jedoch die Band Shocking Blue auf.  Die ersten Anzeichen kündigten sich an, als Klaasje van der Wal die Rock Band verließ. Das war bereits Ende 1971, als Shocking Blue nach Japan reisten, wo eines der spannendsten Live Alben der Gruppe entstand. 1974 kam es dann zum Eklat. Mariska Veres verließ die Band, ebenso der einstige Gründer Robbie Van Leeuwen, womit das Ende von Shocking Blue bevorstand.

Mariska Veres jedoch konnte sich danach als Solokünstlerin etablieren (bis ca. 1982/83), reichte aber nicht mehr an den Erfolg der Rock Band heran.

Rock oder Pop

Robbie van Leeuwen war offensichtlich mit der amerikanischen Roots-Musik vertraut und hatte keine Skrupel, sie in großartigen Pop umzuwandeln. Obwohl die Alben von Shocking Blue (Shocking Blue von 1968, At Home von 1969, Scorpio’s Dance von 1970, 3rd Album von 1971, Inkpot von 1972, Attila von 1972, Dream on Dreamer von 1973 und Good Times von 1974) dank Van Leeuwens Schreib- und Produktionskünsten progressive Rockelemente und einfallsreiche Arrangements aufwiesen, wurde die Band in ihrer Heimat hauptsächlich als Pop-Singles vermarktet.

Shocking Blue war Rock und Pop

Robbie Van Leeuwens Besessenheit von amerikanischer Musik wurde deutlich, als er 1963 The Big 3’s Update von Stephen Fosters Hit Oh, Susanna hörte, den sie in The Banjo Song umbenannten. Tim Rose, Jim Hendricks und die zukünftige „Mama“ Cass Elliot gaben Fosters berühmtem Lied einen Rock’n’Roll-Anstrich mit einem treibenden Gitarrenriff, das direkt aus Henry Mancinis Titelsong zur beliebten Fernsehserie Peter Gunn stammt.

Egal, ob es sich um ein Plagiat handelte oder ob Robbie lediglich von den „Big 3“ inspiriert war, er behielt die Musik Note für Note und Akkord für Akkord bei und schrieb den Text neu. So wurde aus der obskuren Folk-Nummer der Pop-Hit Venus, der im Dezember 1969 die Billboard-Charts anführte.

Alben der Rock Band

Ganz gleich, woher ihre Inspiration kam oder in welche Richtung ihr klanglicher Kompass zeigte, Mariska Veres wurde unweigerlich zum Mittelpunkt der Gruppe. Ihr auffälliges Aussehen – lange dunkle Haare, die zu einem Pony geschnitten waren (angeblich eine Perücke), umrahmten ihre verführerischen Augen. Mit ihren wilden, bedruckten Blusen, kurzen Röcken und hohen Stiefeln zog sie Vergleiche mit jeder schwülen Brünetten, die jemals eine Rockband angeführt hat.

Das Geständnis

1988 gestand Cor van der Beek, dass Venus von den Beatles gestohlen wurde. Man könnte zwar die Alben durchforsten, um die Quelle der unwiderstehlichen Gitarrenhook des Songs zu finden, aber eigentlich bezog sich van der Beek auf Billy Prestons E-Piano-Groove aus Get Back.

2020 im Fernsehen

2020, etliche Jahrzehnte nach den Erfolg Hits wie Venus und Send Me A Postcard, schaffte es die Rockband auch mit ihrem Hit in eine Fernsehserie. Eine Szene in der Miniserie The Queen’s Gambit reichte aus, um die niederländische Rockband Shocking Blue und ihre temperamentvolle Sängerin Mariska Veres wieder in die Medien zu bringen.

Venus – Shocking Blue in einer Miniserie

Die Szene:

Die betrunkene Tanz- und Crash-Szene von Beth Harmon (Anya Taylor-Joy), die zu Shocking Blues Hit Venus aus dem Jahr 1969 choreografiert wurde – ein perfektes 3-Minuten-Stück, das Musik und Film miteinander verbindet.

Blick auf Mariska Veres

Sie war der eigentliche Star der Rock Band Shocking Blue. Geboren wurde sie als Maria Elizabeth Ender, am 01. Oktober 1947. Mariska Veres wurde häufig als Cher verglichen. Vor allem ihre Stimme war einzigartig, schwül, rau, und gleichzeitig erwies sich die Frontsängerin von Shocking Blue als sehr exzentrisch. Unter anderem mit ihrem recht auffälligen Aussehen, wozu die hohen Wangenknochen und die umrandeten Augen mit langen pechschwarzen Haaren (Perücke) gehörten.

Das ist Mariska Veres

Musikalisch wurde  Maria Elizabeth Ender durch ihren Vater geprägt.- Lajos Veres war ein ungarischer Geiger (Roma), ihre Mutter Maria Ender war russischer und französischer Abstammung. Sie wuchs zusammen mit ihrer Schwester Irene auf. Beide spielten schon früh mit dem Vater am Klavier.

Talentiert und exzentrisch

Vor dem Einstieg bei der Rock Band Shocking Blue spielte Maria Elizabeth Ender zunächst bei der Gitarrenband Les Mysteres (1963). Die Band veröffentlichte eine Debüt-EP mit zwei Songs (Summertime und Someone), von denen es nur 10 Exemplare gab. Allerdings wurde die EP 2010 durch den Plattenclub Utrecht (PLUT 009) erneut veröffentlicht. Bevor sie 1968 zu Shocking Blue eingeladen wurde, sang sie unter anderem für Bumble Bees , Blue Fighters, Danny and his Favorites und General Four.

Mit dem ersten Hit Venus über Shocking Blue wurde sie in der Presse als schönes vollbusiges Mädchen (Kolumnist Earl Wilson) bezeichnet.

Nach dem Ende der Rock Band, versuchte es Mariska Veres mit einer Solokarriere. Dabei kamen Rock Songs wie Take Me High (1975) und Lovin‘ You (1976), sowie weitere, hervor.

Solo Song von Mariska Veres: Summertime

Privat befand sie sich mit dem Gitarristen André van Geldorp (der selbst zweitweise bei der Band spielte) in einer langjährigen Beziehung.

Die Comeback Versuche

1979 gab es ein kleines Comeback. Ein Wiedersehen der Bandmitglieder führte dazu, dass Shocking Blue einen neuen Songs aufnahm. Louise wurde der erste Songs, nach der Trennung. Allerdings wurde Louise niemals offiziell veröffentlicht. Stattdessen trat die Rock Band ein Jahr später mit ihren früheren Hits (Never Marry A Railroad Man und Venus) auf.

Comeback Versuch von Shocking Blue

Bei diesem Comeback Versuch blieb es jedoch. 1984 kam die Rock Band erneut zusammen und veröffentlichte die Single The Jury and the Judge. Gleiches versuchten sie 1994 mit Body And Soul.

The Jury and the Judge von Shocking Blue

Es blieb aber bei den Comeback-Versuchen.

Klassiker die ewig bleiben

Aus den 1960er – 1980er Jahren gibt es viele Rock Bands, die wohl als Klassiker in die Geschichte eingehen. Shocking Blue gehört auf jeden Fall dazu. Einige der damaligen Bandmitglieder sind aber mittlerweile verstorben. Dazu gehören unter anderem der Schlagzeuger Cor van der Beck, der 1998 (im Alter von 49 Jahren) verstarb und Mariska Veres, die 2006 im Alter von 59 Jahren verstarb.

Send Me A Postcard – Rockband Shocking Blue

Shocking Blue – Die Band:

  • Mariska Veres (vocals, 1968-2006),
  • Robbie van Leeuwen (guitar, sitar, vocals, 1967-88),
  • Cor van der Beek (drums, 1967-84),
  • Klaasje van der Wal (bass, 1967-72),
  • Fred de Wilde (vocals, 1967-68),
  • Leo van de Ketterij (guitar, 1970-72),
  • Henk Smitskamp (bass, 1972-74),
  • Martin van Wijk (guitar, 1973-74),
  • Wim Voermans (bass, 1984-86),
  • Jan Pijnenburg (drums, 1985-86),
  • André van Geldorp (guitar, vocals, 1987-2006),
  • Michael Eschauzier (keyboards, 1993-2006),
  • Michel Schreuder (drums, vocals, 1996-2006)

Leonie konnte sich bereits als kleines Kind für Musik aller Art begeistern und sang schon als 2-jährige in der Badewanne. Heute schreibt sie für uns und lässt ihre Begeisterung in jeden Artikel einfließen.

✉ Leoni[@]ton-an.com


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